Zàijiàn Zhōngguó
Nun ist unsere Insight China Reise (fast) vorbei: Gute zwei Wochen intensivstes Programm, schnell noch die letzten Einkäufe, dann packen, kurz schlafen und ab zum Flughafen.
Was haben wir alles erlebt? Was wird bleiben? Im Folgenden ein paar Highlights aus ganz persönlicher Sicht…
Die Zeit sowie unsere Eindrücke und Erinnerungen verschwimmen. Fangen wir zunächst einmal mit den einfachen Fakten an: Vier Hauptdestinationen hatte unser On-site China Trip - Beijing, Tianjin, Lanzhou und Shanghai. Von dort unternahmen wir zusätzlich Fahrten in angrenzende Städte und Regionen wie Taida (TEDA), Bing Ling, Suzhou und wie sie auch immer heißen. Insgesamt besuchten wir mehr als 15 Firmen (UBS, Hua Wei, Nestlé, Motorola, Yingduk, Kingway Brewery, Airbus, Snow Brewery, Yangshan Port, Goldsmart Garments, Goldsmart Shoes, ABB Robotics, Satco, InterChina Consulting, Endress&Hauser, Schindler…), über 10 Hochschulen und öffentliche Einrichtungen (Schweizer Botschaft, Swiss Business Hub, SwissCham, Beijing Foreign Studies University, Tianjin Binhai New Area Planning Center, TEDA University Science and Technology, Tianjin Airport Industrial Park, Hua Ming Model Town, Gansu Training Center, Anning Development Center, Agricultural University, Suzhou Industrial Park…) und selbstverständlich auch verschiedenste Sehenswürdigkeiten (Olympischer Park, Tiananmen Platz, Verbotene Stadt, Ming-Gräber, Große Mauer, Tianjin Museum, Bing Ling Grotten…).
Langweilig wurde uns dabei nicht. Gefühlsmäßig verbrachten wir jedoch im Durchschnitt täglich drei bis sechs Stunden im Bus, Zug oder Flugzeug sowie am Flughafen. Glücklicherweise konnten vor allem die Busfahrten für ein kleines oder auch größeres Power-Napping, für den Austausch von Errungenschaften aus chinesischen Lebensmittelabteilungen, für das Einstudieren von Schweizer Gesangsklassikern zur Ausführung vor chinesischen Studierenden oder für individuelle Sprachkurse zur Verbesserung der Aussprache von wenigsten drei chinesischen Worten in Folge genutzt werden.
Fast jede und jeder nahm fast immer an allem teil, auch am nahezu obligatorischen Trinken an offiziellen Empfängen und Essen (Gānbēi!). Die Delegation blieb - abgesehen von mehr oder minder stärkeren Erkältungen und kleineren Magenverstimmungen - von Erkrankungen sowie jeglichen Unfällen und Diebstählen verschont. Das Programm war vielgestaltig, spannend und streng, ließ aber auch noch Freiraum zum eigenen Erkunden und Shoppen oder für Clubbesuche, um das chinesische Leben auch von einer anderen Seite kennenzulernen. Und da Essen in China einen sehr hohen Stellenwert hat, passten wir uns gerne dieser Tradition häufig und ausgiebig an.
Neben neuen kulinarischen Gerichten, spannenden Firmengeschichten und immensen Planungsansichten lernten wir, dass Urbanisierung gleichzeitig mit Ruralisierung einhergeht - der Strategie, auch den ländlichen Absatzmarkt zu erschließen und anzukurbeln. Was wir im Straßenbild der Städte kaum mehr fanden, waren Fahrräder. Der Wunsch nach verbesserter Mobilität hat in China zu Millionen von Autos geführt. Auch sieht man im Prinzip kaum bettelnde Personen, sondern eher Abfalltonnen getrennt nach normalem und Recycling-Müll. Die Planungszentren zeigten uns gigantische Stadtbauprojekte; die Realität zeigte uns, dass Plan und Wirklichkeit gar nicht so weit auseinander liegen: “Klotzen statt Kleckern” ist noch viel zu wenig um auszudrücken, was China plant und macht und baut. Hier entstehen die Städte der Zukunft - hier entsteht die Zukunft! Uns ist nun definitiv klar geworden, dass China leise und ruhig in fast jeder Beziehung Weltmarktführer geworden ist bzw. schnell und sicher noch werden wird.
Mit all dieser Größe blieb uns auch nichts anderes übrig, als im 91. Stock des Financial Towers in Shanghai in ca. 400 Meter Höhe unser Final Dinner einzunehmen. Welch ein krönender Abschluss: Ohne so tolle Teilnehmende, ohne ein hervorragend organisierendes Projektteam, ohne ein unermüdliches PR-Team, ohne eine nachhaltige Unterstützung der Hochschule für Wirtschaft und ohne unsere Sponsoren, die den Wert einer solchen Reise erkennen, wäre dies alles nicht möglich gewesen oder zumindest nur halb so schön! Herzlichen Dank!
China ist nach dieser Reise nicht entzaubert, sondern hat eher viele von uns in seinen Bann gezogen, vielleicht sogar verzaubert. In China scheint vieles möglich, viel mehr, als uns vorher bewusst war. Und Insight China führte unter den Teilnehmenden zu neuen Freundschaften - vielleicht sogar für immer. In uns entwickelte sich eine Liebe zu China. Manche Studierenden wollen nun zum Arbeiten nach China zurückkehren; für eine weitere Reise nach China wären auf jeden Fall alle sofort zu begeistern…
Zàijiàn Zhōngguó - Auf Wiedersehen China!
Rolf Dornberger







